Solarstrom für den Supermarkt: Wie Investoren Netto, Edeka & Co. beliefern
Ein Supermarktdach ist die ideale Solarfläche — große Flächen über einem Verbraucher, der genau dann Strom braucht, wenn die Sonne scheint. Mit einem Fremdinvestor-Modell wird daraus ein Geschäft, bei dem Dacheigentümer, Investor und Markt gemeinsam gewinnen. Wie das funktioniert und wie abgerechnet wird.
Warum Supermärkte das perfekte Solardach haben
Lebensmittelmärkte verbrauchen Strom vor allem tagsüber — und das konstant: Kühlung und Tiefkühlung laufen rund um die Uhr und machen oft über die Hälfte des Verbrauchs aus, dazu Beleuchtung, Lüftung und Ladesäulen. Dieses Lastprofil deckt sich nahezu perfekt mit der Solarerzeugung. Das Ergebnis: Eigenverbrauchsquoten von 40–60 % ohne Speicher. Dazu kommen große, verschattungsfreie Flachdächer mit Platz für 500 kWp bis über 2 MWp.
Das Modell: der Immobilieneigentümer am Zug
Der Schlüssel: Supermärkte betreiben ihre Filialen meist in gepachteten Objekten — das Dach gehört dem Immobilieneigentümer. Er entscheidet über die PV-Anlage und hat zwei Wege: selbst investieren und den Strom an seinen Mieter verkaufen, oder einem Fremdinvestor das Dach verpachten, der finanziert und betreibt. In beiden Fällen bezieht der Supermarkt günstigen Grünstrom ohne eigene Investition — und das Objekt gewinnt an Rendite und Wert.
- Immobilieneigentümer → entscheidet, gewinnt Rendite & Wertsteigerung
- Investor (optional) → finanziert gegen Dachpacht und planbare Erträge
- Supermarkt (Ankermieter) → günstiger, grüner Strom ohne Investition
Wie abgerechnet wird
Die Anlage versorgt den Markt innerhalb der Kundenanlage (§ 3 Nr. 24a EnWG); gemessen wird über ein Summenzählermodell (§ 20 Abs. 1d EnWG). Für den vor Ort verbrauchten Solarstrom entfallen Netzentgelte, Konzessionsabgabe und Stromsteuer, die EEG-Umlage ist seit 1.7.2022 ohnehin abgeschafft — genau das macht den niedrigen Lieferpreis möglich. Drei Wege sind üblich:
- Direktbelieferung / On-Site-PPA: fester kWh-Preis (z. B. 8–15 Ct), langfristig unter Netzpreis
- Anlagenpacht / Contracting: Markt pachtet die Anlage, Investor erhält feste Pacht
- Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung (seit 2024): schlanke Verteilung ohne EVU-Status
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