LADEINFRASTRUKTUR
Ladestationen AC und DC — Von der Wallbox bis zum bidirektionalen DC-Lader
AC Solar Install plant und installiert Ladeinfrastruktur für Eigenheime, Mehrfamilienhäuser und Gewerbe. Von der einfachen 11 kW Wallbox bis zum bidirektionalen DC-System mit Vehicle-to-Home — wir liefern die passende Lösung für jeden Bedarf.
AC vs. DC Laden — was steckt dahinter?
Der Unterschied zwischen AC- und DC-Laden bestimmt, welche Lösung zu Ihrem Projekt passt. Hier erklären wir die Grundlagen — ohne Fachjargon.
Die Wandlung findet im Auto statt
Die Wallbox liefert normalen Wechselstrom (wie aus jeder Steckdose). Im Fahrzeug wandelt der eingebaute On-Board-Charger (OBC) den Wechselstrom in Gleichstrom um, der dann in die Batterie fließt.
- Leistung: 3,7 kW – 22 kW
- Stecker: Typ 2 (Mennekes)
- Begrenzt durch OBC im Auto
- Günstig in Anschaffung und Installation
- Ideal für über-Nacht-Laden
- Standard für Heimanwendungen
Die Wandlung findet in der Ladestation statt
Bei DC-Ladern wandelt die Ladestation selbst Wechselstrom in Gleichstrom um und speist diesen direkt in die Fahrzeugbatterie — der OBC im Auto wird umgangen. Das ermöglicht wesentlich höhere Ladeleistungen.
- Leistung: 25 kW – 350+ kW
- Stecker: CCS (Combined Charging System)
- Umgehung des On-Board-Chargers
- Hohe Anschaffungs- und Installationskosten
- Ideal für kurze Ladezeiten (30–45 min)
- Gewerbe, Raststätten, Firmenparkplätze
Warum AC für zuhause reicht
Ein durchschnittliches E-Auto steht 20 Stunden am Tag — meist nachts zu Hause. Mit einer 11 kW Wallbox und 8 Ladestunden können bis zu 88 kWh geladen werden — mehr als die Batterie der meisten Fahrzeuge fasst.
Warum DC für Gewerbe sinnvoll ist
Firmenwagen müssen morgens einsatzbereit sein — auch wenn sie erst spätabends zurückgekommen sind. Kunden an Hotels oder Raststätten haben selten mehr als 30–60 Minuten Zeit. Hier braucht es DC.
AC-Wallboxen im Detail
Welche Leistung, welcher Hersteller, welche Zusatzfunktionen — wir helfen Ihnen bei der Wahl.
11 kW oder 22 kW? — Die wichtigste Entscheidung
Für 99 % der Heimanwendungen völlig ausreichend. Das Auto lädt über Nacht und steht morgens voll. Meldepflichtig beim Netzbetreiber — keine aufwändige Genehmigung notwendig.
- Kabelquerschnitt: 5x 2,5 mm²
- Sicherung: Leitungsschutzschalter B16
- Meldepflichtig (kein Genehmigungsverfahren)
- Niedrigerer Anschaffungspreis
- Alle gängigen Fahrzeuge unterstützt
Sinnvoll für Firmenfahrzeuge mit kurzer Standzeit, Plug-in-Hybride die tagsüber mehrfach geladen werden, oder Gewerbestandorte. Benötigt Genehmigung des Netzbetreibers.
- Kabelquerschnitt: 5x 6 mm²
- Sicherung: Leitungsschutzschalter B32
- Genehmigungspflichtig beim Netzbetreiber
- Viele Fahrzeuge begrenzen OBC auf 11 kW
- Höherer Installationsaufwand
Hersteller, die AC Solar verbaut
Preis-Leistungs-Sieger für Großprojekte. OCPP-fähig und mit MID-Zähler lieferbar — ideal für Mieterstrom-Projekte mit vielen Ladepunkten. Gutes Kosten-/Nutzenverhältnis bei 8+ Wallboxen an einem Standort.
- 11 kW / 22 kW verfügbar
- OCPP 1.6 + 2.0.1
- MID-Zähler optional
- RFID-Karte
ABL eMH1 (1-phasig) und eMH3 (3-phasig) — robust, langlebig, made in Lauf a. d. Pegnitz. Klassiker für Eigenheim und Gewerbe. Bewährt in Tausenden Installationen. Sehr guter Kundendienst und Ersatzteilversorgung.
- eMH1: 1-phasig bis 7,4 kW
- eMH3: 3-phasig 11/22 kW
- OCPP-Version verfügbar
- IP54 / IP55 (Außenmontage)
KeContact P30 — jahrelang KfW-gelistetes Referenzgerät. Hohe Zuverlässigkeit, RFID, OCPP, intuitives Display. In der P-Serie gibt es Varianten mit MID-Zähler für eichrechtskonforme Abrechnung.
- P30 c-series: 11/22 kW
- RFID + OCPP integriert
- MID-Zähler verfügbar
- Ethernet + WLAN
Schlichtes Design, cloud-basiert, sehr einfache Installation — besonders beliebt bei Privatkunden. Lastmanagement mehrerer Easee-Wallboxen über die Easee Cloud. App-Steuerung und smarte Zeitplan-Funktion.
- Home: 11/22 kW
- Cloud Lastmanagement
- App-Steuerung
- OCPP 1.6 (Easee Core)
Amtron-Serie — Mennekes hat den Typ-2-Stecker erfunden und versteht Ladeinfrastruktur von Grund auf. Robust, für harte Außenmontage geeignet, Gewerbe-zertifiziert. Besonders empfohlen für Parkhäuser und Firmenparkplätze.
- Amtron Professional 11/22 kW
- IP54, IK10
- OCPP 1.6
- Dynamisches Lastmanagement
Hersteller-Vergleich auf einen Blick
| Hersteller | Leistung | OCPP | MID-Zähler | Preisniveau | Ideal für |
|---|---|---|---|---|---|
| Weeyu | 11 / 22 kW | ✓ | ✓ | ★★ | Mieterstrom, Großprojekte |
| ABL | 7,4 / 11 / 22 kW | ✓ | ✓ | ★★★ | Eigenheim, Gewerbe |
| KEBA | 11 / 22 kW | ✓ | ✓ | ★★★ | Eigenheim, MFH |
| Easee | 11 / 22 kW | ✓ | – | ★★★ | Privathaushalt, einfache Installation |
| Mennekes | 11 / 22 kW | ✓ | ✓ | ★★★★ | Parkhaus, Gewerbe, Outdoor |
Lastmanagement — warum es bei MFH und Gewerbe Pflicht ist
Statisches Lastmanagement
Die verfügbare Leistung wird fix auf alle Ladepunkte aufgeteilt. Beispiel: 30 kW verfügbare Reserveleistung, 6 Wallboxen = je max. 5 kW. Einfach, günstig, aber nicht optimal — bei wenigen aktiven Ladevorgängen bleibt Leistung ungenutzt.
Dynamisches Lastmanagement
Ein Energiezähler am Hausanschluss misst kontinuierlich den Gesamtverbrauch. Die Wallboxen erhalten dynamisch mehr oder weniger Leistung, je nachdem was das Gebäude gerade verbraucht. Effizienter, aber höherer Installationsaufwand.
MID-Zähler — Pflicht bei Drittabrechnung
Ein MID-Zähler (Measuring Instruments Directive) ist ein eichrechtlich konformer Stromzähler, der direkt in der Wallbox verbaut ist. Pflicht, wenn Ladestrom an Dritte abgerechnet wird — also bei Mieterstrom, Mitarbeiterladung oder öffentlichen Ladepunkten. Ohne MID-Zähler ist eine Abrechnung in Deutschland nicht zulässig.
OCPP — der offene Standard für Backends
OCPP (Open Charge Point Protocol) ist das Kommunikationsprotokoll zwischen Wallbox und einem Backend-System. Über OCPP können Sie Ladepunkte fernsteuern, Ladehistorie auslesen, Tarifmodelle hinterlegen und Abrechnungen automatisieren. Standard bei Gewerbe und Mieterstrom. OCPP 1.6 ist weit verbreitet, OCPP 2.0.1 bietet zusätzlich Plug&Charge und ISO 15118.
DC-Ladestationen für Gewerbe und öffentliche Infrastruktur
Wenn schnelles Laden gefragt ist, braucht es DC. Wir planen und installieren DC-Schnelllader für Hotels, Autohäuser, Firmenparkplätze und öffentliche Plätze.
Leistungsklassen im Überblick
Für Hotels, Restaurants, Einkaufszentren — Kunden laden während ihres Aufenthalts (1–3 Stunden). Kompakte Bauform, moderater Netzanschluss, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Für Autohaus, Supermarkt, Gewerbepark — Kunden laden in 20–40 Minuten nach. Benötigt leistungsfähigen Netzanschluss, ggf. Lastmanagement mit Pufferspeicher.
Für Raststätten, Mobility Hubs, Autobahn-Korridore — Laden wie Tanken in 10–20 Minuten. Eigene Trafostation oft notwendig, hohe Netzanschlusskosten.
Technische Anforderungen DC
- Starkstromanschluss (mind. 63 A / 125 A je nach Leistung)
- Eigene Trafostation ab ca. 150 kW Gesamtleistung
- Aktive Kühlung des Ladekabels (bei HPC)
- Netzrückwirkungen: Oberwellen-Filter ggf. notwendig
- Datennetzanbindung (LAN / SIM) für OCPP-Backend
- Fundament und Zaunanlage bei Freimontage
- Blitzschutz und Potentialausgleich
Fördermöglichkeiten DC
Für öffentlich zugängliche DC-Lader gibt es diverse Förderprogramme auf Bundes- und Landesebene. Die Förderlandschaft ändert sich laufend — wir beraten Sie zu aktuellen Programmen.
- KfW-Programm für Ladeinfrastruktur (Gewerbe)
- BAFA-Zuschüsse
- Landesprogramme (NRW, Bayern, BaWü)
- EU-Mittel über AFIR-Verordnung
Sigenergy — das modulare DC-Bus-Energiesystem mit V2H
Sigenergy ist kein gewöhnlicher Wechselrichter — es ist ein vollständiges, modulares Energiesystem auf einem gemeinsamen DC-Bus. Mit der Option zum bidirektionalen DC-Laden (Vehicle-to-Home) wird das E-Auto zum größten Stromspeicher im Haus.
Der SigenStor Stack — modular aufgebaut
Was ist Sigenergy?
Sigenergy ist ein modulares DC-Bus-Energiesystem in Stack-Architektur. Das bedeutet: Wechselrichter, Batteriespeicher und Ladegerät teilen sich einen gemeinsamen Hochvolt-Gleichstrombus. Module können je nach Bedarf gestapelt und nachgerüstet werden.
Der entscheidende Vorteil: PV-Strom fließt als Gleichstrom direkt von den Solarmodulen über den DC-Bus in die Batterie und von dort direkt in das E-Auto — ohne doppelte AC/DC-Wandlung. Das spart bis zu 8 % Wandlungsverluste gegenüber herkömmlichen AC-Systemen.
Vehicle-to-Home (V2H) — das Auto als Stromspeicher
Ein E-Auto mit 60–80 kWh Batterie ist der größte Stromspeicher im Haus — größer als jeder Wandspeicher. V2H macht die Autobatterie nutzbar für die Hausversorgung.
PV → Auto laden (tagsüber)
Tagsüber produziert die PV-Anlage mehr Strom als das Haus verbraucht. Der Überschuss fließt über den DC-Bus direkt in die Autobatterie — Gratisstrom für die nächste Fahrt.
Auto → Haus versorgen (abends)
Abends, wenn die Sonne nicht mehr scheint und Strom teuer ist, speist das Auto über den DC-Bus Rückstrom ins Haus. 5–8 kWh reichen für den Abend- und Nachtbetrieb.
PV → Batterie → Auto
Wenn das Auto tagsüber nicht da ist, puffert die Hausbatterie den PV-Überschuss. Abends, wenn das Auto zurückkommt, lädt es aus der Hausbatterie — weiterhin aus Solarstrom.
Billigstrom → Auto → Haus
Mit dynamischem Stromtarif (z.B. Tibber, aWATTar): Nachts bei Günstigerösen des Autoslädt das Auto zum Niedrigtarif. Tagsüber / abends gibt es den Strom ins Haus zurück.
Wichtig: Aufstellort und Installation bei Sigenergy
- Der DC-Charger muss in der Garage aufgestellt werden (Ladekabel max. 5–7 m)
- Das E-Auto muss zum Laden in der Garage stehen — keine Aussenlösung möglich
- Höherer Verkabelungsaufwand: DC-Bus-Kabel von Keller/Hauswand zur Garage
- Kabelweg sollte geplant werden: Leerrohr bei Neubau einplanen
Sigenergy vs. SolarEdge Home — Systemvergleich
| Merkmal | Sigenergy | SolarEdge Home |
|---|---|---|
| Architektur | DC-Bus modular | AC-gekoppelt |
| Laden | DC nativ (CCS) | AC (Typ 2) |
| Bidirektional V2H | Ja | Nein |
| Wirkungsgrad PV→Auto | ~96 % | ~88 % |
| Aufstellort DC-Charger | Garage erforderlich | Flexibel (AC) |
| Batteriekapazität | bis 30 kWh | bis 23 kWh |
| Preisniveau | Mittel | Hoch |
PV-Überschussladen — Solarstrom direkt ins Auto
Warum teuren Netzstrom laden, wenn die Sonne scheint? PV-Überschussladen lässt die Wallbox automatisch nur dann laden, wenn gerade genug Solarstrom übrig ist.
Was ist PV-Überschussladen?
Die Wallbox prüft laufend, wie viel Strom die PV-Anlage gerade produziert und wieviel das Haus verbraucht. Den Rest (Überschuss) lädt sie ins Auto — ohne Strom aus dem Netz zu beziehen. Smartes Laden — vollautomatisch.
Mindestleistung — Phasenumschaltung
E-Autos brauchen mindestens 6 A Ladestrom. Das bedeutet:
- 1-phasig: min. 1,4 kW Überschuss
- 3-phasig: min. 4,2 kW Überschuss
Smarte Wallboxen schalten zwischen 1- und 3-phasigem Laden um — so startet das Laden schon ab 1,4 kW Überschuss.
Intelligente Lösungen
- EVCC — Open Source, Home Assistant, sehr flexibel
- cFos Charging Manager — lokal, viele Wallboxen, professionell
- Easee Cloud — integriert bei Easee-Wallboxen
- Sigenergy SigenOS — integriert, kein Extra-System nötig
- SMA EV Charger — integriert bei SMA-Systemen
Schnittstellen: Wie Wallbox und Energiemanager kommunizieren
Drei Praxisbeispiele aus echten Projekten
10 kWp PV + 10 kWh Speicher + ABL eMH1 11 kW Wallbox
Systemaufbau
- 10 kWp PV-Anlage (Dachausrichtung Süd)
- 10 kWh LFP-Hausbatterie
- ABL eMH1 11 kW Wallbox (1-phasig)
- PV-Überschussladen über EVCC (Home Assistant)
- Phasenumschaltung 1/3-phasig aktiviert
Wirtschaftlichkeit
12 Wohneinheiten — 8 Stellplätze mit Weeyu 11 kW Wallboxen
Systemaufbau
- 8x Weeyu 11 kW mit MID-Zähler
- Dynamisches Lastmanagement (30 kW Reserve)
- OCPP-Backend für Mieterabrechnung
- Eichrechtskonforme Abrechnung
- RFID-Karten für alle Mieter
Kosten pro Ladepunkt
12 kWp PV + SigenStor Stack + VW ID.4 mit V2H
Systemaufbau
- 12 kWp PV-Anlage
- SigenStor Stack: 10 kW Wechselrichter
- 15 kWh LFP Hausbatterie (3 Module)
- 11 kW DC-Charger-Modul (in Garage)
- VW ID.4 mit 77 kWh Batterie (CCS bidirektional)
Autarkierechnung
Elektroinstallation, Anmeldung und Normen
Technische Vorgaben
| Parameter | 11 kW | 22 kW |
|---|---|---|
| Kabelquerschnitt | 5x 2,5 mm² | 5x 6 mm² |
| Sicherung | B16 / 16 A | B32 / 32 A |
| FI-Schutzschalter | Typ A-EV oder Typ B (je nach Wallbox) | |
| Anmeldung | Meldepflicht | Genehmigung |
Normen & Vorschriften
- VDE 0100-722: Die maßgebliche Norm für Ladeeinrichtungen für E-Fahrzeuge in privaten und öffentlichen Bereichen
- DIN EN 61851: Konduktive Ladesysteme, definiert Lademodi 1–4
- ISO 15118: Fahrzeug-zu-Netz Kommunikation, Basis für Plug&Charge und V2G
- Potentialausgleich: Bei Metallgaragen und leitfähigen Böden vorgeschrieben
- Anmeldepflicht: Alle Wallboxen über 3,7 kW müssen beim Netzbetreiber gemeldet werden
Fördermöglichkeiten für Ladeinfrastruktur
Die Förderlandschaft ändert sich laufend. Wir halten uns aktuell — und beraten Sie zu laufenden Programmen bei Ihrer Anfrage.
Das Programm „Solarstrom für Elektroautos“ war bis 2023 aktiv. Ein Nachfolger ist angekündigt. In Kombination mit PV besonders attraktiv — Kombiförderung PV + Speicher + Wallbox.
Mehrere Bundesländer fördern Ladeinfrastruktur, teils bis 1.000 EUR pro Ladepunkt. Programme laufen oft zeitlich begrenzt — aktuelle Infos erhalten Sie bei uns oder auf foerderdata.de.
Wer eine Wallbox betreibt und Ladestrom anbietet, kann die THG-Quote (Treibhausgasminderungs-Quote) vermarkten — ca. 50–150 EUR pro Jahr und Ladepunkt. Kumulierbar mit anderen Förderungen.
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