Der Brief vom Netzbetreiber: cos φ, Blindarbeit und was er kostet
cosφ, Blindarbeit, 15-Minuten-Mittelwerte: Warum Netzbetreiber einen Leistungsfaktor fordern, wie die Blindarbeit auf Ihre Stromrechnung kommt — und welche neue Regel gerade PV- und Bestandsanlagen betrifft.
Was der Netzbetreiber eigentlich will
Motoren, Trafos, Vorschaltgeräte und Umrichter ziehen neben der Wirkleistung auch induktive Blindleistung. Sie leistet keine Arbeit, belastet aber Kabel, Trafo und Netz. Deshalb schreibt jeder Verteilnetzbetreiber einen Mindest-Leistungsfaktor cosφ vor. Lange galt 0,9 induktiv, zunehmend fordern Netzbetreiber 0,95 induktiv — und schreiben Betriebe aktiv an, weil die Netze durch mehr Kabel und weniger Großkraftwerke selbst kapazitiver werden.
Wie die Blindarbeit auf Ihre Rechnung kommt
Der Zähler erfasst neben der Wirkarbeit (kWh) auch die Blindarbeit (kvarh), üblicherweise als 15-Minuten-Mittelwerte. In der Regel ist ein Teil frei — oft bis 50 % der Wirkarbeit, was cosφ 0,9 entspricht. Alles darüber wird berechnet. Bei einem Betrieb mit vielen Motoren summiert sich das schnell zu vier- bis fünfstelligen Beträgen pro Jahr — eine Kompensation amortisiert sich dann meist in ein bis drei Jahren.
Die neue Falle: kapazitiv ist verboten
Wichtig für alle mit PV-Anlage oder bestehender Kompensation: Eine kapazitive Blindleistungsaufnahme aus dem Netz ist inzwischen generell unzulässig. Eine zu groß ausgelegte oder ungeregelte Kompensation kann nachts oder bei wenig Last überkompensieren — dann speisen Sie kapazitive Blindleistung zurück und verstoßen gegen die Vorgabe. Deshalb gehört jede Anlage geregelt und richtig ausgelegt.
- Netzbetreiber-Brief bekommen? Nicht ignorieren — Fristen laufen.
- Blindarbeit auf der Rechnung? Das ist bares, vermeidbares Geld.
- PV oder alte Kompensation im Haus? Auf Überkompensation prüfen lassen.
Ein kurzes Rechenbeispiel
Ein Betrieb bezieht 400.000 kWh im Jahr bei einem cos φ von 0,80. Über der Freigrenze fallen dann grob 100.000 kvarh Blindarbeit an. Schon bei rund 1,5 Ct/kvarh sind das etwa 1.500 € pro Jahr — jedes Jahr aufs Neue.
Eine passende Blindleistungskompensation kostet je nach Größe wenige tausend Euro und ist damit oft in 1 bis 3 Jahren bezahlt. Danach sparen Sie dauerhaft. Genau deshalb lohnt sich eine Blindstromkompensation fast immer, sobald „Blindarbeit“ auf Ihrer Rechnung steht. (Die genauen Zahlen hängen von Ihrem Stromtarif und Lastprofil ab — wir rechnen es Ihnen konkret aus.)
Blindleistung im Griff behalten
Wir messen, legen aus und bauen die passende Kompensationsanlage — vom Netzbetreiber-Brief bis zur Abnahme.
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