Wandlerschrank 350 kW PV-Volleinspeisung – Netzgebiet Pfalzwerke Netz
Außenschrank mit Wandlermessung, zentralem NA-Schutz, Kuppelschalter und Steuerung für eine PV-Anlage um 350 kW im Netz der Pfalzwerke Netz AG. Wir bauen nach den aktuellen Vorgaben des Netzbetreibers, liefern, montieren und übernehmen die Anmeldung bis zur Inbetriebsetzung.
Was Pfalzwerke Netz bei 350 kW verlangt
Ca. 505 A: liegt über der MS-Orientierung von 170 kVA (20 kV), Anschlussebene legt PWN fest. Im MS-Fall: Übergabestation, E.8-Bogen (> 270 kW), Fernwirkanbindung über PWN-Gateway/Y11-Schrank, Inbetriebsetzung mit vorläufiger Betriebserlaubnis (≥ 135 kW). Bei NS-Anschluss: größter PWN-Standardwandler 500/5 A, FNN-Hinweis gilt bis 1.000 A; Steuerung per TRE + Ist-Einspeisung.
| Niederspannung bis / Netzebene | Keine feste NS-Grenze in der TAB NS. TAB MS nennt als Orientierung für 20 kV einen MS-Netzanschluss ab 170 kVA (bis 5.500 kVA); NAP legt PWN im Einzelfall fest. Hausanschlüsse > 30 kW werden individuell geprüft. |
|---|---|
| Wandlermessung ab | Direktmessung > 63 A (Aussetzbetrieb) bzw. > 44 A (Dauerbetrieb) grundsätzlich unzulässig, darüber halbindirekte Wandlermessung (TAB NS Ergänzung 7.2). |
| Messsatz und Zählerplatz | Aufbau nach VDE|FNN-Hinweis „Zählerplätze mit halbindirekten Messungen bis 1.000 A“, auch Trennvorrichtung. Nur Zähler mit Dreipunktbefestigung. Wandlerlaschen bauseits, Zählerschrank inkl. Wandlerverdrahtung vom Errichter vorbereitet. Wandler und Zähler stellt PWN/MSB (bleiben deren Eigentum). Standardwandler: 150/5 A (Schiene 20/30 mm), 250/5 A (30/40/50 mm), 500/5 A (40/50 mm). Sicherungsplomben nur nach Freigabe entfernen. Bei Steuerung an Wandleranlagen: Steuersignal-Klemmleiste im AAR über der Messeinrichtung, BKE-AZ mit mind. 12 TE. |
| Aufstellung im Freien | Anschlussschränke im Freien nach VDE-AR-N 4100 (Ergänzung 5.4.3); keine weiteren PWN-Vorgaben zu Kap. 12. Zähleranschlusssäulen (HAK, Zählerplatz nach VDE-AR-N 4100/TAB, HES, Erder) u. a. bei nicht dauerhaft bewohnten Gebäuden an der Grundstücksgrenze. Doppelschließung mit PWN-Zugang bei vorübergehenden Anschlüssen. |
| NA-Schutz und Kuppelschalter | Übersteigt die Summe der Scheinleistungen aller Erzeugungsanlagen am Netzanschluss 30 kVA, ist ein zentraler NA-Schutz am zentralen Zählerplatz vorzusehen (Infoblatt). Sonst VDE-AR-N 4105; keine weiteren PWN-Vorgaben zu Kuppelschalter/Prüfung gefunden. Inbetriebsetzung nur durch eingetragenen Installateur. |
| Steuerung und Fernwirktechnik | > 2 kWp: Vorbereitung zur Steuerung; bis < 100 kW analoge Steuersignal-Klemmleiste plus RJ45-Buchse/Cat-5-Leitung in den RfZ (Steuerbox/SMGW, EMS empfohlen). > 25 bis 100 kW: Tonfrequenz-Rundsteuerempfänger (TRE, 300 Hz) mit Stufen 100/60/30/0 %, Kauf über prego services. > 100 kW: TRE plus Einrichtung zum Abruf der Ist-Einspeisung. Fernwirktechnik (PWN-Gateway im abschließbaren Y11-Schrank, LTE, IEC 60870-5-104, 8 h Hilfsenergie) laut Dokumenten nur bei MS-Anschluss, dort ab ≥ 100 kW je Primärenergieträger. |
Zusammengefasst aus den veröffentlichten Dokumenten des Netzbetreibers (Quellen unten). Maßgeblich ist die jeweils gültige Fassung – wir prüfen sie bei jeder Auslegung.
TAB, Wandleranschluss und Zählerplatz bei Pfalzwerke Netz
Die technischen Anschlussbedingungen und die Vorgaben für Wandlermessung und Zählerplatz – direkt beim Netzbetreiber verlinkt.
TAB und Ergänzungen von Pfalzwerke Netz
- TAB Niederspannung: BDEW-Bundesmusterwortlaut TAB 2023 v2.0 mit Ergänzungen der Pfalzwerke Netz AG (ein PDF, 83 S.; Ergänzungen ab ca. PDF-S. 64) · Ergänzungen Version 2.1, Januar 2025 (gültig ab 01.01.2025)
- Technische Mindestanforderungen zur Steuerung von steuVE nach § 14a EnWG und von Erzeugungsanlagen in der Kundenanlage (NS) · Version 1.0, 03.11.2025
- Messkonzepte für Erzeugungsanlagen (inkl. Speicher, steuVE) · 04/2023
- Infoblatt: Errichtung einer Erzeugungsanlage im Parallelbetrieb mit dem NS-Netz · Mai 2023
| Wandleranschlussplan | Pfalzwerke Netz veröffentlicht keinen eigenen Wandleranschlussplan. Die TAB-Ergänzung 7.3 (2) verweist für den Aufbau halbindirekter Messungen auf den VDE|FNN-Hinweis „Zählerplätze mit halbindirekten Messungen bis 1.000 A in der Niederspannung (Wandleranlagen)“; BDEW-Teil 7.3 (2) zusätzlich auf DIN VDE 0603-2-2, 13.9 auf DIN 43868-2. Die Verdrahtung der Messwandler (Wandler → Prüfklemme → Zähler) ist vom Errichter zur Inbetriebnahme vorzubereiten. Steuerung: Steuersignal-Klemmleiste im AAR über der Messeinrichtung, RJ45-Buchse für digitale Steuerung (14a-Dokument Abb. 3 und Abb. 9). Prüfklemmentyp, Polzahl, Querschnitte, Farben, Spannungspfadabsicherung und Sekundärerdung sind in PWN-Dokumenten nicht festgelegt. – Quelle: TAB NS 2025, PWN-Ergänzung 7.3 (2), PDF-S. 73; BDEW-Teil 7.3 S. 36 (PDF-S. 38) und 13.9 S. 46; Mindestanforderungen §14a, Abschn. 3.4.1 Abb. 3 (S. 17) und 3.5.4 Abb. 9 (S. 22/23) Dokument |
|---|---|
| Wandler und Messlaschen | Die Primärleiterschienen (Wandlerlaschen) sind bauseits bereitzustellen. Stromwandler und Messeinrichtung stellt Pfalzwerke Netz bzw. der MSB, sie bleiben deren Eigentum. Die PWN-Standardwandler sind nur mit Übersetzung und der passenden Sammelschienenbreite angegeben. Bauform, Schienendicke, Bohrung, Länge, Material und Mindestmaße des Wandlerfelds nennt PWN nicht, es gilt der Verweis auf den FNN-Hinweis bzw. DIN VDE 0603-2-2. Wandler über 500/5 A sind nicht als Standard aufgeführt. – Quelle: TAB NS 2025, PWN-Ergänzung 7.3 (2) und (3), Tabelle Standardwandlertypen, PDF-S. 73 (Seite 10 der Ergänzung) Dokument |
| Wandler je Stromstufe | 150/5 A · nicht angegeben · für Sammelschiene 20 mm oder 30 mm Breite 250/5 A · nicht angegeben · für Sammelschiene 30, 40 oder 50 mm Breite 500/5 A · nicht angegeben · für Sammelschiene 40 oder 50 mm Breite |
| Zähler und Zählerplatz | Halbindirekte Messung und RLM: nur Zähler mit Dreipunktbefestigung nach DIN VDE 0603-2-1. Direktmessung erfolgt mit eHZ/BKE-I, Direktmessung über 63 A (Aussetzbetrieb) bzw. 44 A (Dauerbetrieb) ist unzulässig. Aufbau der Wandlermessung: Messteil (Zählerfeld, Wandlerzusatzraum, Raum für APZ) und Leistungsteil (netz- und anlagenseitige Trennvorrichtung, Wandlerraum). Für SMGW und Steuerbox ist am Dreipunktplatz eine BKE-AZ mit mindestens 12 TE vom Errichter beizustellen. Im AAR über der Messeinrichtung kommen die Steuersignal-Klemmleiste und die RJ45-Buchse dazu (Grenze MSB/Anlagenbetreiber). Den TRE (300 Hz) kauft der Betreiber. Plomben dürfen nur nach Freigabe geöffnet werden. Maße des Messfelds legt PWN nicht fest. – Quelle: TAB NS 2025, PWN-Ergänzung 7.1 (8) S. 9, 7.2 (2), 7.3 (2)–(3) S. 10 (PDF-S. 72–73); BDEW-Teil 7.3 (6)–(7) S. 36; Mindestanforderungen §14a Abschn. 3.4.1 (S. 16/17), 3.5.4 (S. 22) Dokument |
Niederspannung oder Mittelspannung?
Bei rund 350 kW legt Pfalzwerke Netz die Netzebene in der Regel im Anschlussverfahren fest. Viele Netzbetreiber verlangen außerdem ab 135 kW zusätzliche Nachweise nach VDE-AR-N 4110 – was bei Pfalzwerke Netz gilt, steht oben. Wir bauen beide Wege:
Anschluss in der Niederspannung
Zwei-Schrank-System mit Netzübergabe für mehrere Kabel, Wandlermessung, NH3-Anlagentrennfeld, Kuppelschalter, zentralem NA-Schutz und Steuerung – wie in der Zeichnung oben.
Anschluss in der Mittelspannung
Übergabestation mit Trafo, dahinter eine NH-Verteilung mit NA-Schutz bzw. Anbindung an den übergeordneten Entkupplungsschutz, Messung und Fernwirktechnik.
NH-Verteilung mit NA-Schutz →Zertifizierung
Einheitenzertifikate, Anlagenzertifikat bzw. vereinfachter Nachweis je nach Leistung – wir begleiten das Verfahren.
Anlagenzertifizierung →So bauen wir den Schrank
Jeder Schrank wird für das Projekt ausgelegt – mit Ansichtszeichnung, Schalt- und Verdrahtungsplan für die Anmeldung.
| Netzübergabe | Je Netzbetreiber-Kabel eine plombierbare NH2-Lastschaltleiste, PEN mit V-Klemmen für Sektorleiter Cu/Al |
|---|---|
| Wandlerfeld | Stromwandler 500/5 A nach Vorgabe, Spannungspfad abgesichert, Abdeckung plombierbar |
| Anlagentrennfeld | NH3-Lastschaltleiste bis 630 A – bei rund 505 A reicht NH2 (max. 400 A) nicht |
| Kuppelschalter | Leistungsschalter mit Motorantrieb und Unterspannungsauslöser, angesteuert vom zentralen NA-Schutz |
| Messsatz | Zählerplatz nach TAB mit Prüfklemmleiste (nach TAB), Schutzart und Heizung nach Vorgabe |
| Steuerung | Rundsteuerempfänger · Fernwirktechnik in eigenem Feld bzw. Gehäuse, Schnittstelle für Direktvermarkter |
| Aufbau | Zwei Kunststoff-Außenschränke: Energieschrank (Leistung) und Steuerungsschrank (Messung, Schutz, Fernwirk), verbunden über Leerrohr im Sockel |
Vom Antrag bis zum Einschalten
Netzanschluss anfragen
Anmeldung bzw. Netzanschlussbegehren bei Pfalzwerke Netz, Klärung der Netzebene
Auslegung
Messkonzept, Ansichtszeichnung, Schalt- und Verdrahtungsplan zur Einreichung
Bau & Prüfung
Fertigung in unserer Werkstatt, Stückprüfung nach DIN EN IEC 61439
Montage
Lieferung, Setzen des Schranks, Anschluss der Kabel
Inbetriebsetzung
NA-Schutz-Auslösetest, Zählersetzung durch den Messstellenbetreiber, Fertigmeldung
Häufige Fragen
Grundlage: Dokumente von Pfalzwerke Netz
- TAB Niederspannung (BDEW-Bundesmusterwortlaut TAB 2023 v2.0 + Ergänzungen der Pfalzwerke Netz AG) · Version 2.1, 01.01.2025
- Technische Mindestanforderungen zur Steuerung von steuVE nach § 14a EnWG und von Erzeugungsanlagen in der Kundenanlage (NS) · Version 1.0, 03.11.2025
- Infoblatt: Errichtung einer Erzeugungsanlage im Parallelbetrieb mit dem NS-Netz · Mai 2023
- Messkonzepte für Erzeugungsanlagen (inkl. Speicher, steuVE) · 04/2023
- TAB Mittelspannung 20 kV (BDEW-Musterwortlaut mit PWN-Ergänzungen) · Version 1.1, 01.06.2026, in Kraft 01.08.2026
- Spezifikation fernwirktechnische Anbindung 20-kV-Kundenanlagen (PWN-Gateway, IEC 60870-5-104) · Version 1.0, 01.06.2026
- Bauherrenmappe · November 2025
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